Megatrend nachhaltige Investments: 6% höhere Rendite und dabei Gutes tun?

Nachhaltigkeit wird in vielen Bereichen des Lebens immer wichtiger. Auch bei der Geldanlage spielt die Verantwortung für Mensch und Umwelt eine immer größere Rolle und wird von vielen Investoren aktiv nachgefragt. Nachhaltigkeit wird so für viele Unternehmen von der Kür zur Pflicht. Doch was genau steckt eigentlich hinter nachhaltigen Investments? Das alles erfährst du im ersten Teil unserer Nachhaltigkeits-Serie.

Verpasse keine Episode und folge uns auf

Kapitelmarken
00:00:00 Intro
00:02:37 Was ist nachhaltiges Investieren?
00:09:09 Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil?
00:14:08 Zusammenfassung, Disclaimer & Fazit

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1. Einleitung

Nachhaltigkeit ist in aller Munde und begegnet uns überall im Alltag: Egal ob der ökologische Anbau von Obst und Gemüse im Supermarkt, die Bambus-Zahnbürste in der Drogerie oder auch die nachhaltigen Sportschuhe aus recyceltem Meeresplastik – nachhaltige Produkte sind längst zu einem Milliardenmarkt geworden.

Aber auch beim Thema Geldanalage spielt das gute Gewissen eine immer wichtigere Rolle.[1] Immer mehr Investoren wird eine “nachhaltige“ Geldanlage wichtig und deshalb werden wir dieses Thema in den kommenden Wochen genauer analysieren und sowohl die Vorteile aufzeigen, als auch mögliche Nachteile ansprechen.

Im heutigen ersten Teil gehen wir auf die Grundidee von der nachhaltigen Geldanlage ein.

In Teil zwei kommende Woche schauen wir uns deren Umsetzung im Rahmen von Richtlinien an – den Begriff ESG und ESG-konforme ETFs haben sicherlich einige Zuhörerinnen und Zuhörer schon mal gehört.

Und im dritten Teil soll es darum gehen die wichtige, vielleicht sogar die wichtigste Frage zu klären, ob nachhaltiges Investieren überhaupt sinnvoll ist und wenn ja, wie man das dann machen sollte. Denn es ist natürlich die Frage, ob denn der Fokus auf nachhaltige Firmen überhaupt einen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft liefert oder ob es vollkommen egal ist, wie man investiert.

Je nachdem wie diese Serie bei euch ankommt könnten in einem vierten und letzten Teil dann noch nachhaltige ETFs von uns analysiert werden. Lasst uns dies doch gerne in den Kommentaren wissen.

2. Was bedeutet nachhaltiges Investieren?

Nachhaltigkeit beschreibt einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlich vorhandenen Ressourcen. Es soll also sichergestellt werden, dass durch die Nutzung dieser Ressourcen keine negativen Auswirkungen in der Zukunft entstehen.

Im unternehmerischen Sinn sind als Ressourcen nicht nur klassische Rohstoffe in der Produktion zu verstehen (Edelmetalle, Rohöl etc.), sondern explizit auch der Mensch. Dieser bringt neben seiner Arbeitskraft beispielsweise auch Wissen und Erfahrung mit ein.

Die 3 Dimensionen des nachhaltigen Investierens sind also Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Dieser Dreiklang wird auch als Nachhatligkeitsdreieck oder wahlweise als 3-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit bezeichnet.

Info: Nachhaltiges Investieren ist der Ansatz, die Kapitalanlage einerseits an den klassischen Kriterien Sicherheit, Rentabilität und Liquidität auszurichten, andererseits aber auch ökologische und ethisch-soziale Aspekte einzubringen. Wer nachhaltig investiert, legt auf die Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft ebenso Wert wie auf den finanziellen Ertrag (Rendite).

Die genannten 3 Dimensionen von nachhaltigen Investments sind nachfolgend nocheinmal näher erläutert:

Umwelt: Neben dem sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen spielt auch der Erhalt der Biodiversität und die Balance von Treibhausgasen (Klimaschutz) eine zentrale Rolle.

Gesellschaft: Es soll eine soziale Gerechtigkeit zwischen Menschen und Generationen herrschen. Die Achtung der Menschenrechte gehört genauso dazu sowie eine faire Bezahlung von Arbeit. Jeder Mensch soll die gleichen Chancen besitzen, ganz gleich welchen Alters, Hautfarbe oder Herkunft. Damit die zukünftigen Generationen die gleichen Möglichkeiten wie wir besitzen, kommt auch der Nutzung von Ressourcen und dem Klimaschutz eine bedeutende Aufgabe zu.

Wirtschaft: Wird beim Thema Nachhaltigkeit schnell vergessen. Damit sich Innovationen wirklich durchsetzen, müssen sie wirtschaftlich tragfähig sein. Andernfalls fehlen die finanziellen Mittel, damit das Produkt oder die Dienstleistung weiterhin angeboten werden können und größere Bekanntheit erlangen. Die ökonomische Perspektive ist oft ein zentraler Faktor, ob eine Innovation dauerhaft (“nachhaltig”) erfolgreich ist.

Nachhaltigkeitsdreieck aus Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft
Abbildung 1: Bei nachhaltigen Investments spielt nicht nur der wirtschaftliche Ertrag eine Rolle, sondern ebenso der verantwortungsvolle Umgang mit Gesellschaft und Umwelt. Dies kann im sogenannten Nachhaltigkeitsdreieck visualisiert werden.

Nachhaltige Investments sollen also Renditen erwirtschaften, allerdings nicht um jeden Preis. Die Aspekte Umwelt und Gesellschaft sind zentrale Säulen bei der Investitionsentscheidung. Unternehmen, die bestimmte Ansprüche an die Nachhaltigkeit nicht erfüllen, werden bei den Investitionen ausgeschlossen.

Die Auswahl der Firmen, in die investiert wird, kann dabei durch eine Positivselektion (welche Unternehmen werden unterstützt), durch eine Negativselektion (welche Unternehmen werden ausgeschlossen) oder eine Mischung aus beiden Selektionsarten erfolgen.[2]

Im Rahmen einer Positivselektion werden “nachhaltige” Unternehmen, die beispielsweise im Bereich regenerativer Energien ihre Geschäftsfelder haben, ausgewählt. In der Negativselektion werden häufig ganze Branchen wie Rüstung, Tabak oder Glücksspiel ausgeschlossen.

Info: Der Begriff “nachhaltig” ist weder gesetzlich geschützt noch ganz klar und eindeutig definiert. Dadurch können Produkte oder ganze Unternehmen als grün, ökologisch oder sozial nachhaltig beworben werden, ohne das diese bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Dieser Umstand wird teilweise von findigen Marketingabteilungen ausgenutzt (sogenanntes Greenwashing).

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3. Bietet Nachhaltigkeit einen Wettbewerbsvorteil und damit höhere Rendite?

Nachhaltigkeit wird für immer mehr Unternehmen von der Kür zur Pflicht. Während vor einigen Jahren nachhaltige Produkte noch ein Nischendasein gefristet haben, hat sich ihr Umsatz in den vergangenen Jahren vervielfacht. Dieser Umstand hat natürlich auch einen großen Einfluss auf die Produktauswahl und die Unternehmensausrichtung allgemein.

Zum einen fragen Kunden verstärkt nachhaltige Produkte nach. Dinge wie die Herkunft der Rohstoffe, die Arbeitsbedingungen und der ökologischer Fußabdruck werden zunehmend wichtiger. Qualität und Preis nicht mehr alleine entscheidend bei der Auswahl. Durch die Entscheidungen von uns Konsumenten werden die Unternehmen also massiv beeinflusst und Nachhaltigkeit kann hier zu einem Wettbewerbsvorteil führen. In einer Studie[3] untersuchten Analysten die Bilanz von mehr als 1500 Unternehmen. Sie haben dabei festgestellt, dass die EBIT-Marge nachhaltiger Lebensmittel- und Getränkehersteller um bis zu 6 % über der von ihrer weniger nachhaltigen Konkurrenz liegt.

Info: EBIT steht für Earnings Before Interest and Taxes, bedeutet also übersetzt „Gewinn vor Zinsen und Steuern“. EBIT ist also eine betriebswirtschaftliche Kennzahl und ermöglicht den Vergleich des wirtschaftlichen Erfolgs verschiedener Unternehmen, ohne dass dabei Steuer- und Zinsaufwendungen das Ergebnis verfälschen. Diese können nämlich von Land zu Land und Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfallen.

Zum anderen nehmen auch die politisch-juristischen Einflüsse immer mehr zu. Durch das Pariser Klimaabkommen und andere Verpflichtungen (Lieferkettengesetzt etc.) werden Unternehmen immer mehr in die Nachhaltigkeit gezwungen bzw. nachhaltige Ansätze werden belohnt. So müssen Autohersteller im Durchschnitt aller ihrer verkauften Autos einen Flottengrenzwert von 95g CO2/km erreichen. Dies gilt für Verkäufe in der Europäischen Union ab 2020. Erreichen sie diesen Wert nicht, müssen sie empfindliche Strafen zahlen. Der Volkswagen Konzern hatte dafür vorsorglich schon Rückstellungen gebildet.[4] Durch diese politische Regulierung werden natürlich Unternehmen beeinflusst. Wie gut sie mit diesen veränderten Spielregeln zurecht kommen, spiegelt sich dann auch in ihrem Aktienkurs wider.

Außerdem beinhaltet Nachhaltigkeit den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Wenn technologische Fortschritte erzielt werden und beispielsweise in der Produktion weniger Ressourcen eingesetzt werden müssen, dann ist dies nicht nur unter dem Apsekt Nachhaltigkeit sinnvoll, sondern kann gleichzeitig auch zu geringeren Produktionskosten führen. Auch dadurch ließe sich ein Wettbewerbsvorteil erzielen.

Die drei Punkte, weshalb nachhaltige Firmen einen Wettbewerbsvorteil haben können, sind also:

  1. Nachfrage nach nachhaltigen Produkten steigt, Qualität und Preis sind nicht mehr alleine entscheidend.
  2. Politische Regulierung.
  3. Geringerer Ressourcenverbrauch bzw. -einsatz.

Das bedeutet natürlich nicht, dass nachhaltige Firmen sich immer durchsetzen werden. Es sind aber mögliche Erklärungsansätze und Hinweise. Wie die Studie zur EBIT-Marge gezeigt hat, kann Nachhaltigkeit einen echten Wettbewerbsvorteil liefern.

Ob und wie sich nachhaltige Unternehmen gegen ihre weniger-nachhaltige Konkurrenz durchsetzen werden, hängt wohl aber auch immer von der Branche und dem jeweiligen Timing ab. Ob sich ein Nachhaltigkeitstrend in der Rüstungsindustrie durchsetzen würde, erscheint zumindest auf den ersten Blick fraglich. Mit dem iPhone war Apple nicht das erste Unternehmen, welches ein Smartphone auf den Markt gebracht hat. Es kam aber zur richtigen Zeit und hat die richtigen Funktionen geboten und damit genau den Zeitgeist getroffen.

4. Fazit und eigene Meinung

Nachhaltige Investments passen in den gesellschaftlichen Zeitgeist. Anstatt die Nachbarn mit einem neuen PS-Monster in der Garage zu beeindrucken, geht der Trend eher zum Tesla oder einem anderen Elektroauto.

Diese Verschiebung der Prioritäten bei den Konsumenten aber auch in der Politik eröffnet natürlich ganz neue Chancen für Unternehmen – und damit für Investoren. Das beste Beispiel der vergangenen 2 Jahre an der Börse liefert sicherlich Tesla. Aber auch die Pressemitteilung von der Landesbank Baden-Württemberg[3] liefert Hinweise darauf, dass nachhaltige Unternehmen höhere Margen von bis zu 6 % erzielen können.

Ob und wie du nachhaltiges Investieren in deinem Portfolio integrieren kannst und welche Richtlinien es dabei gibt, werden wir in Teil 2 genauer unter die Lupe nehmen.

Uns würde interessieren: Ist euch Nachhaltigkeit bei euren Investitionen wichtig? Und wenn ja, worauf achtet ihr dabei? Und wie schätzt ihr euren Einfluss durch diese nachhaltige Investition ein, bewirkt ihr etwas damit? Ein paar Einblicke aus der Community würden uns sehr interessieren.

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Shownotes

[1] US SIF: Sustainable Investing Assets Reach $17.1 Trillion

[2] McKinsey&Company: From ‘why’ to ‘why not’: Sustainable investing as the new normal

[3] LB BW: Bis zu 6 Prozentpunkte mehr EBIT-Marge: Nachhaltige Unternehmen sind erfolgreicher

[4] Auto Motor Sport: VW-Konzern zahlt trotz E-Auto-Offensive Millionen

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